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Begnadigung der noch lebenden Süd-Tiroler Freiheitskämpfer – ein längst überfälliger Akt der Gerechtigkeit
Die Geschichte Süd-Tirols ist geprägt von Unterdrückung, Widerstand und dem unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Selbstbestimmung. Besonders die Süd-Tiroler Freiheitskämpfer der 1960er Jahre, organisiert im BAS – Befreiungsausschuss Süd-Tirol, haben aus Notwehr gehandelt. Sie kämpften gegen die fortgesetzte Unterdrückung durch den italienischen Staat, der auch nach dem Ende des Faschismus imperialistische Strukturen, Zuwanderung von Italienern nach Süd-Tirol und faschistische Symbole aufrechterhielt. Während italienische Zuwanderer bevorzugt öffentliche Stellen und Sozialwohnungen erhielten, waren viele Einheimische arbeitslos und gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um in Nord/Ost-Tirol, Österreich oder im Ausland Arbeit zu finden.
Der Widerstand der Freiheitskämpfer
Die Aktionen unter anderem von Sepp Kerschbaumer, Luis Amplatz, Georg Klotz, Wolfgang Pfaundler, Kurt Welser und den Pusterer Buam richteten sich gegen Symbole des Staates – Strommasten, Denkmäler und faschistische Zeichen. Ihr Ziel war nie die vorsätzliche Verletzung von Menschenleben, sondern der Protest gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Dennoch wurden viele von ihnen von den Carabinieri verhaftet und grausam gefoltert.
- Anton Gostner und Franz Höfler:
- starben beide 1961 an den Folgen dieser Folter.
- Sepp Kerschbaumer:
- überlebte die Haft nicht und verstarb 1964 an den gesundheitlichen Folgen.
- Luis Amplatz:
- wurde im September 1964 von einem Agenten des italienischen Geheimdienstes SIFAR erschossen, während sein enger Freund und Mitstreiter Georg Klotz mit dem Amplatz auf einer Hütte den Brunner Mahder übernachtet hatte, oberhalb vom Saltaus im Passeiertal, durch die Schüsse des SIFAR Agenten schwer verletzt überlebte.
Vor Gericht wurden die Freiheitskämpfer öffentlich in Ketten vorgeführt, während die Täter und Folterer aus den Reihen der Polizei begnadigt wurden. Bis heute leiden viele Überlebende unter den psychischen und physischen Folgen dieser Gewalt.
Exil und Unrecht bis heute
Noch immer dürfen die wenigen überlebenden Freiheitskämpfer aufgrund der Urteile der italienischen Justiz aus den 1960er Jahren nicht nach Süd-Tirol zurückkehren. Viele sind bereits im Exil verstorben. Einer der letzten lebenden Freiheutskämpfer, der Puschtra Bui Siegfried Steger, kämpft aktuell mit schweren gesundheitlichen Problemen und musste kurz vor Weihnachten im Nord-Tiroler Exil auf die Intensivstation verlegt werden.
Italien Begnadigung für Rechtsextreme, neofaschistische und kriminelle Straftater ja, für Süd-Tiroler Freiheitskämpfer nein.
Während Italien über Jahrzehnte zahlreiche Rechtstradikale, Mafiosi und Mörder begnadigt hat, verweigert es bis heute die Begnadigung der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer. Dieses Unrecht zeigt, dass der italienische Staat lieber Straftaten aus mafiösen oder rechtsextremen Strukturen verzeiht, als den Freiheitskampf einer unterdrückten Volksgruppe anzuerkennen.
Die sogenannte Autonomiereform der Regierung Giorgia Meloni schwächt die ohnehin fragile Autonomie Süd-Tirols weiter. Die Ansässigkeitsklausel, die die deutsche und ladinische Sprachgruppe, die Österreichische Tiroler Volksgruppe schützen soll, wird aufgeweicht. Schon bisher war die Autonomie weitgehend keine oft gelobte „Musterautonomie“, sondern viel mehr eine Scheinautonomie, die nie die volle Selbstbestimmung gewährte.
Ein Akt der Menschlichkeit ist überfällig
Bis heute hat sich Italien weder für den Angriffskrieg gegen Tirol und Österreich 1915–1918, noch für die Annexion Süd-Tirols 1920, noch für die faschistische und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert andauernde Unterdrückung und Folter entschuldigt. Stattdessen werden die Freiheitskämpfer oftmals von rechten italienischen Politikern und Medien weiterhin diffamiert und fälschlicherweise als „Terroristen“ bezeichnet.
Die Begnadigung der wenigen noch lebenden Süd-Tiroler Freiheitskämpfer wäre ein überfälliger Schritt. Sie wäre nicht nur ein Akt der Gerechtigkeit, sondern auch ein Akt der Menschlichkeit – ein Zeichen dafür, dass jahrzehntelanges Unrecht endlich anerkannt wird.
Quelle: www.unsertirol24.com
https://www.unsertirol24.com/2025/12/18/puschtra-bui-siegfried-steger-auf-der-intensivstation/
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: www.daserste.de
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tirol-unter-druck-selbstbestimmung-statt-scheinautonomie/
Quelle: my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/tirol-11-11-tag-der-trauer/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/freund-der-du-die-sonne-noch-schaust/




