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„Gedenktag“ für Alpini am 26.1. Italienischer Geschichtsrevisionismus

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Ein Gedenktag für Aggressoren: Wie Italiens Rechtsregierung Geschichte umschreibt

Wenn Erinnerungspolitik zur politischen Waffe wird, zeigt sich das oft an den Orten, an denen Geschichte bewusst verzerrt, entpolitisiert oder romantisiert wird. In Italien lässt sich dieses Phänomen derzeit besonders deutlich beobachten. 2022 wurde der 26. Januar als ein offizieller „Gedenktag“ für die Alpini eingeführt – jene Gebirgseinheiten, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der deutschen Wehrmacht am Vernichtungskrieg gegen die Völker und Nationen der damaligen Sowjetunion beteiligt waren. Nochdazu ist das Datum dieses „Nationalfeiertages“ wohl gewählt. Ausgerechnet der 26.1. einen Tag vor dem Internationalen Holocaust Gedenktag, wurde hierbei bewusst als Datum ausgewählt. Eine bewusste kalkulierung, die sich für die überlebenden der Shoa wie purer Zynismus anfühlen muss.

Dass diese Soldaten nicht Opfer, sondern Teil eines verbrecherischen Angriffskrieges waren, ist historisch eindeutig belegt. Dennoch wird ihr Einsatz heute von führenden Politikern der italienischen Rechten als heroischer Akt verklärt. Die Regierung inszeniert die Alpini als tragische Figuren, die angeblich „verlassen“ und „geopfert“ worden seien – eine Erzählung, die die Realität der damaligen Kriegsverbrechen vollständig ausblendet.

Alpini als Opfer Eine gefährliche Umdeutung

Besonders problematisch ist die Art und Weise, wie aus Tätern ein Opfermythos konstruiert wird. Fotos von zurückweichenden Alpini-Einheiten nach der Niederlage bei Nikolajew 1943 werden heute als Symbol eines angeblichen „italienischen Leidens“ präsentiert. Die historische Tatsache, dass diese Einheiten zuvor an Repressionen, Plünderungen, Mord, Deportationen und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung beteiligt waren, wird systematisch verschwiegen. Ohne den Angriffskrieg und Vernichtungskrieg der damaligen „Achsenmächte“ dem Nationalsozialistischen Deutschland,  dem faschistischen Italien und ihrer Vasallenstaaten wären die Verbrechen der Deutschen Nazis und der Holocaust in dieser Form nicht möglich gewesen.

Diese Form der „Erinnerungspolitik“ ist kein Zufall. Sie dient dazu, den Faschismus zu relativieren, die Rolle Italiens im Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen der damaligen sogenannten „Achsenmächte“ zu verharmlosen und eine nationale Identität zu stärken, die sich nicht mit der eigenen historischen Schuld auseinandersetzen will.

Salvini und die politische Instrumentalisierung der Geschichte

Eine zentrale Figur dieser Entwicklung ist Matteo Salvini, stellvertretender Regierungschef Italiens und einer der lautesten Stimmen der italienischen Rechten. Salvini hat sich in der Vergangenheit mehrfach mit prorussischen Positionen hervorgetan, posierte vor dem Kreml mit Putin-T-Shirt und hat sich bis heute nicht glaubwürdig von dieser Nähe distanziert.

Dass gerade er den Alpini-Gedenktag sehr offensiv propagiert, ist kein Zufall. Die Verklärung eines Angriffskrieges passt zu seiner politischen Rhetorik, die immer wieder mit totalitären und faschistischen Symbolen spielt. Die Botschaft ist klar: Italien soll sich nicht als Täter begreifen, sondern als Opfer der Geschichte – ein Narrativ, das politisch mobilisiert und gleichzeitig historische Verantwortung verwischt.

Ein Gedenktag im Schatten eines neuen Krieges

Besonders zynisch wirkt diese Geschichtspolitik vor dem Hintergrund des aktuellen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Alpini kämpften damals im Donbas – genau in jener Region, die heute erneut Kriegsschauplatz ist.

Dass die italienische Regierung ausgerechnet jetzt einen Gedenktag für Einheiten feiert, die an einem Vernichtungskrieg beteiligt waren, sendet ein fatales Signal. Es zeigt, wie wenig Sensibilität für die Opfer heutiger und damaliger Aggression vorhanden ist. Und es zeigt, wie bereitwillig historische Fakten geopfert werden, wenn sie nicht in das eigene politische Narrativ passen.

Warum diese Debatte wichtig ist

Erinnerungspolitik ist nie neutral. Sie formt das gesellschaftliche Bewusstsein, beeinflusst politische Entscheidungen und prägt das Selbstbild eines Landes. Wenn Regierungen beginnen, Täter zu Helden umzudeuten, dann ist das nicht nur ein Angriff auf die historische Wahrheit, sondern auch auf die demokratische Kultur.

Die Verherrlichung der Alpini ist deshalb mehr als ein symbolischer Akt. Sie ist ein Versuch, die Vergangenheit umzuschreiben, um die Gegenwart ideologisch zu formen. Und sie zeigt, wie gefährlich es wird, wenn politische Kräfte Geschichte nicht als Mahnung, sondern als Werkzeug betrachten. Die rechtsradikale italienische Regierung unter der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fällt auch sonst immer wieder durch  Revisionismus auf, beispielsweise bezüglich des „Foibe Gedenkens.“  Dieser Geschichtsrevisionismus muss gerade von einem Land wie Deutschland das die eigene Geschichte aufarbeitet und heute offiziel den Holocaust Gedenktag begeht in aller Klarheit verurteilt werden. Die Tatsache das Bundeskanzler Friedrich Merz derzeit die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni als seine wichtigste Verbündete in Europa sieht, ist für Deutschland ein bitterer Rückschlag, bezüglich seiner politischen  Ausrichtung, seiner Haltung und Werte. Im Gegenteil bräuchte es stattdessen Sanktionen gegenüber Italien, aufgrund einer rechtradikalen Regierung die Menschenrechte in Frage stellt und Geschichtsrevisionismus betreibt.

Quelle: unsertirol24.com

https://www.unsertirol24.com/2026/01/27/salvinis-alpini-gedenktag-wie-aus-einem-angriffskrieg-ein-opfer-mythos-wird/?fbclid=IwY2xjawPlioJleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZA80MDk5NjI2MjMwODU2MDkAAR5RDEgU1e3IJJ2Orl70J2K4gJ2CV1iN1rEYFhH_qXsfq0KN18q6IcKgJOXlBg_aem_HqEY3xnKrow2P8tn_-kazQ

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2022/05/10/alpini-feiertag-verhoehnt-opfer-von-diktatur-und-krieg/&quote=Alpini-Feiertag+verh%C3%B6hnt+Opfer+von+Diktatur+und+Krieg

Quelle: www.jungewelt.de

https://www.jungewelt.de/artikel/515622.neofaschisten-in-italien-feier-mit-vergangenheit.html

Quelle: www.zlv.lu/db

https://www.zlv.lu/db/1/1475501820836/0

Quelle: die-freiheitlichen.com

https://die-freiheitlichen.com/2022/04/07/svp-senatoren-stimmen-fuer-faschistisch-aufgeladenen-alpini-feiertag-sie-sollen-sich-entschuldigen/

Quelle: www.nd-aktuell.de

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1172232.neofaschismus-in-italien-meloni-und-die-geschichtsfaelscher.html

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/neofaschismus-in-italien-ein-demokratisches-europa-darf-nicht-schweigen/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/rassistischer-shitstorm-gegen-sued-tiroler/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/derfoibe-geschichtsrevisionismus-in-italien/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/melonis-unglaubwuerdige-haltung-zur-ukraine/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/rechte-regierung-in-italien-verbietet-lgbtiq-themen-in-schulen/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/italiens-lega-vs-europa/

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