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Warum die Frage der Ortsnamen in Süd‑Tirol mehr ist als ein Verwaltungsdetail
Die Diskussion um die Ortsnamen in Süd‑Tirol flammt seit Jahrzehnten immer wieder auf – und sie ist weit mehr als eine technische Frage der Beschilderung. Sie berührt Identität, Geschichte und das Recht eines Volkes, seine eigene kulturelle Landschaft zu benennen. Aktuelle Umfragen zeigen deutlich: Die Mehrheit der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung lehnt die faschistisch eingeführten italienisierten Kunstnamen ab, die bis heute amtlich gültig sind.
Diese Namen wurden nicht aus sprachlicher Entwicklung heraus geboren, sondern waren Teil eines systematischen Projekts der Entnationalisierung. Sie entstanden unter dem Diktator Benito Mussolini im Zuge der faschistischen Italianisierungspolitik, die darauf abzielte, die Tiroler Identität im südlichen Landesteil auszulöschen. Dass diese Namen heute noch verpflichtend sind, empfinden viele Menschen als Fortsetzung einer historischen Ungerechtigkeit.
Ein ungelöstes Kapitel der Geschichte
Um zu verstehen, warum die Debatte so emotional geführt wird, muss man die historischen Hintergründe betrachten. Das südliche Tirol wurde 1918 in folge eines italienischen Angriffskrieges gegen Tirol von italienischen Truppen besetzt und 1920 durch Italien annektiert. Die Teilung Tirols war ein tiefer Einschnitt, der das Land und seine Menschen auseinandergerissen hat.
Der italienische Faschismus setzte anschließend eine radikale Assimilierungspolitik durch:
- Verbot der deutschen und ladinischen Sprache im öffentlichen Raum.
- Zwangsitalianisierung von Familiennamen.
- Verdrängung der einheimischen Bevölkerung aus Verwaltung und Bildung.
- Ersetzung sämtlicher Orts- und Flurnamen durch künstliche italienische Neuschöpfungen.
Diese Maßnahmen waren nicht nur politische Instrumente, sondern kulturelle Gewalt. Sie hinterließen Wunden, die bis heute spürbar sind.
Weshalb die Rückkehr zu historischen Ortsnamen in Süd-Tirol eine Forderung der Gerechtigkeit und der historischen Wahrheit ist
Für viele Menschen in Süd‑Tirol geht es nicht um Nostalgie, sondern um historische Wahrheit, sowie um kulturelle und politische Selbstbestimmung. Die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung stellt die Mehrheit im Land – dennoch verweigern alle großen italienischen Parteien, insbesondere die Rechtsradikalen Partein um die Fratelli d’Italia von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bis heute das Recht, die eigenen Ortsnamen selbst regeln zu dürfen.
Das führt zu einem paradoxen Zustand:
Ein Volk, das seine Heimat seit Jahrhunderten bewohnt, darf offiziell nicht bestimmen, wie seine Dörfer, Berge und Täler offiziell heißen sollen.
Die Forderung lautet nicht, italienische Namen zu verbieten, sondern die faschistisch erfundenen Bezeichnungen nicht länger als verpflichtend vorzuschreiben und als ein faschistisches Kulturverbrechen abzuschaffen.
Ein starkes Zeichen zur Olympiade: Tirol heißt seine Gäste willkommen
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Aktion des Süd‑Tiroler Schützenbundes besondere Bedeutung. Anlässlich der Olympischen Winterspiele im Pustertal und in Antholz haben die Schützen entlang der Bahnstrecken und Straßen große „Tirol“-Schriftzüge angebracht, um die Besucher willkommen zu heißen.
Die Botschaft ist klar: Tirol ist ein historisches und kulturelles Ganzes – auch wenn es politisch geteilt wurde.
Die Schützen betonen damit:
- dass Tirol – Nord – Süd- Ost – (Welsch) als Kulturraum über Staatsgrenzen hinaus besteht
- dass die Besetzung des südlichen Tirols von 1918 und die Annexion von Süd-Tirol und Welschtirol durch Italien von 1920 eine Folge von Krieg und Imperialismus war
- dass die Tiroler Identität lebendig ist und sich nicht auslöschen lässt.
Gerade während eines internationalen Großereignisses wie der Olympiade ist dieses Zeichen ein kraftvoller Hinweis darauf, dass Geschichte nicht vergessen werden darf.
Warum dieses Bewusstsein wichtig bleibt
Die Auseinandersetzung um Ortsnamen ist ein Symbol für etwas Größeres:
Für das Recht eines Volkes, seine Identität selbst zu definieren.
Angriffskriege, Annexionen und faschistische Unterdrückung sind Verbrechen, die offene Wunden hinterlassen. Die Nachwirkungen der Italianisierungspolitik sind in Süd‑Tirol bis heute sichtbar – in der Verwaltung, auf Landkarten, auf Ortstafeln. Doch gleichzeitig zeigt sich:
Die Tiroler Kultur ist stark, selbstbewusst und lebendig. Sie lässt sich nicht ausradieren, weder durch politische Maßnahmen noch durch künstliche Namen.
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: schuetzen.com
Quelle: brennerbasisdemokratie.eu
https://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=98098
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/italienische-neofaschisten-hetzen-ohne-konsequenzen-gegen-sued-tirol/
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https://my-politics-blog.com/georg-klotz-50-todestag-ein-vermaechtnis-der-freiheit/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/renovierung-faschistischer-relikte-in-sued-tirol-durch-italien/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/renovierung-faschistischer-relikte-in-sued-tirol-durch-italien/




