Neofaschismus in Italien- Ein demokratisches Europa darf nicht schweigen

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Ein demokratisches Europa darf nicht schweigen

Was sich jüngst gerade in Rom ereignet hat, ist ein alarmierendes Zeichen dafür, wie offen neofaschistische Ideologien in Italien wieder auftreten – und wie schwach die politische Reaktion darauf ausfällt. Hunderte Neofaschisten versammelten sich vor der ehemaligen Zentrale des Movimento Sociale Italiano (MSI), einer Partei, die nach dem Zweiten Weltkrieg von überzeugten Faschisten gegründet wurde. Dort zeigten sie den sogenannten römischen Gruß – eine Geste, die mit dem Hitlergruß in Deutschland identisch ist und deren historische Bedeutung unmissverständlich ist.

Dass diese Geste überhaupt wieder öffentlich gezeigt wird, ist erschreckend genug. Doch die Versammlung war nicht irgendein Treffen: Sie wurde als Gedenkveranstaltung für zwei Neofaschisten inszeniert, die am 7. Januar 1978 von linksextremen Tätern ermordet worden waren. Seit Jahrzehnten nutzen neofaschistische Gruppen dieses Datum, um ihre Ideologie zu zelebrieren – und in diesem Jahr war die Beteiligung besonders groß.

🔥 Die historische Kontinuität ist nicht zu übersehen

Die heutige Regierungspartei Fratelli d’Italia, geführt von der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, geht direkt aus dem neofaschistischen hervor. Ihr Logo trägt bis heute die „Flamme der Trikolore“ – ein Symbol, das bewusst an die faschistische Tradition anknüpft und den „Geist Mussolinis“ aus dessen Grab emporsteigen lassen soll.

Beim MSI handelte es sich um eine Wiedergründung von Mussolinis Partito Nazionale Fascista. Der MSi Gründer Giorgio Almirante war Staatssekretär des »Duce«, (it. Duce- dt. Führer) dessen führender Rassenideologe und unter anderem Mitherausgeber des rassistischen Hetzblattes Difesa della Razza war.

Dass Mitglieder der Jugendorganisation von Fratelli d’Italia für die neofaschistische Veranstaltung plakatierten, zeigt eine ideologische Kontinuität, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Es handelt sich nicht um vereinzelte Ausreißer, sondern um ein strukturelles Problem.

🤐 Schweigen, wo klare Worte nötig wären

Giorgia Meloni reagierte – allerdings nicht auf die faschistischen Grüße, nicht auf die Mussolini-Rufe, nicht auf die offen zur Schau gestellte Verherrlichung einer mörderischen Ideologie. Stattdessen verurteilte sie lediglich, dass Mitglieder ihrer Partei im Vorfeld von politischen Gegnern angegriffen worden waren.

Politisch motivierte Gewalt zu verurteilen ist selbstverständlich richtig. Doch das bewusste Schweigen zu einer neofaschistischen Massenveranstaltung, bei der der rechte Arm dutzendfach in die Höhe schnellte, ist ein fatales Signal. Es normalisiert eine Ideologie, die Millionen Menschen das Leben gekostet und Europa in den Abgrund gestürzt hat. In diesem Kontext ist Melonis Verurteilung politisch motivierter Gewalt ein klassischer whataboutism.

🚫Eine Regierungspartei mit eindeutig faschistischen Wurzeln ist untragbar

Eine demokratische Gesellschaft kann es nicht akzeptieren, dass Regierungsvertreter eine Tradition hochhalten, die untrennbar mit Unterdrückung, Rassismus, Krieg und Massenmord verbunden ist. Faschismus, und Nationalsozialismus sind keine „Meinungen“, sondern menschenverachtende Ideologien, die Millionen Menschen ermordet, sowie Europa und weite Teile der Welt in Schutt und Asche gelegt haben.

Wenn eine Regierungspartei derartige Symbole weiterträgt und ihre Jugendorganisation an neofaschistischen Ritualen teilnimmt, dann ist das ein Angriff auf die demokratischen Werte Europas.

Europa darf nicht wegsehen

Von einem demokratischen Europa sollte man sich hierbei nicht nur klare Worte erwarten können – sondern auch klare Konsequenzen und Sanktionen gegen Italien, gegenüber einer solchen Regierung in Rom.

Europa wurde auf den Trümmern des Faschismus aufgebaut. Wenn heute wieder Menschen in Schwarz vor Mussolinis alter Parteizentrale den Arm zum Gruß heben, darf Europa nicht wegsehen.

Quelle: www.spiegel.de

https://www.spiegel.de/ausland/italien-hunderte-zeigen-faschistischen-gruss-bei-versammlung-in-rom-a-1498d61b-cba3-4e1e-8bfc-4e85bb59ec74

Quelle: www.derstandard.at

https://www.derstandard.at/story/3000000303207/hunderte-zeigten-trotz-verbots-faschisten-gruss-in-rom

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2022/09/16/offener-brief-warnung-vor-giorgia-meloni/&quote=Offener+Brief:+Warnung+vor+Giorgia+Meloni.

Quelle: www.jungewelt.de

https://www.jungewelt.de/artikel/514114.italien-faschistisches-volksfest.html

Quelle: www.jungewelt.de

https://www.jungewelt.de/artikel/491358.meloni-faschistisches-parteilogo-bleibt.html

Quelle: www.nd-aktuell.de

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1175662.italien-giorgia-meloni-n-karriere-einer-faschistin.html

Quelle: www.annefrank.org

https://www.annefrank.org/de/timeline/199/nazi-deutschland-und-das-faschistische-italien-schlieen-freundschaft/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/die-verharmlosung-von-rechtsradikaler-ideologie-in-europa/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/italiens-rechtsregierung-menschenrechtsverletzungen-lgbtiq-und-ukraine/

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