Beitragsbild Foto Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Süd-Tiroler Freiheit
Hetze und Geschichtsverdrehung – Der Fall Siegfried Steger und die Reaktionen italienischer Rechtsaußen
Der Tod des ehemaligen Freiheitskämpfers und „Puschtra Bui“ Siegfried Steger am 21.2.2026 hat in Süd-Tirol eine Welle politischer und gesellschaftlicher Reaktionen ausgelöst. Besonders in den sozialen Medien kam es zu einer Flut an Kommentaren, die nicht nur pietätlos, sondern auch offen chauvinistisch geprägt waren. Auffällig ist, dass viele dieser Angriffe aus dem Umfeld italienischer neofaschistischer und extrem rechter Gruppen stammen – und sich vor allem auf den Social-Media-Auftritten jener italienischsprachigen Tageszeitung entluden, die bis heute den historisch belasteten Begriff „Alto Adige“ im Titel trägt.
Ein Freiheitskämpfer, der erst im Tod heimkehren durfte
Siegfried Steger, einer der letzten lebenden „Pusterer Buam“, verbrachte Jahrzehnte im Exil. Italien verweigerte ihm bis zuletzt eine Begnadigung – obwohl die Pusterer Buam nachweislich keine vorsätzlichen Tötungsdelikte begangen hatten. Mehrere historische Recherchen und Aussagen ehemaliger Ermittler deuten darauf hin, dass der Mordfall Tiralongo, der den Pusterer Buam angelastet wurde, in Wahrheit auf einen internen Ehrenkonflikt innerhalb sizilianischer Kreise zurückging.
Trotz dieser Hinweise blieb die politische Linie Roms hart. Erst als Toter kann Siegfried Steger am kommenden Samstag in seine Heimat reisen. Eine traurige Singularität im Jahr 2026.
Neofaschistische Hetze in sozialen Medien
Unter Beiträgen über Stegers Tod kam es zu einer Welle hasserfüllter Kommentare. Viele davon stammten aus Kreisen, die offen rechtsextreme oder neofaschistische Positionen vertreten. Die Wortwahl war dabei entmenschlichend, geschichtsverzerrend und voller ideologischer Feindbilder.
Besonders brisant: Die Kommentare erschienen auf den Social-Media-Kanälen einer Zeitung, deren Name selbst ein Relikt faschistischer Italianisierungspolitik ist. Dass ausgerechnet dort der Tod eines Mannes verhöhnt wird, der gegen die Unterdrückung seiner Heimat kämpfte, zeigt, wie tief die ideologischen Gräben bis heute reichen.
Politische Eskalation durch Abgeordneten Urzì
Für zusätzliche Empörung sorgten Aussagen des rechtsradikalen Abgeordneten Alessandro Urzì (Fratelli d’Italia). Er bezeichnete die Pusterer Buam und andere Südtiroler Freiheitskämpfer als „Terroristen“ und forderte, Italien solle die „Verherrlichung von Terrorismus“ unter Strafe stellen.
Diese Forderung ist aus mehreren Gründen nicht demokratisch, den:
- Sie kriminalisiert politische Meinungsäußerung
- Insbesondere in Süd-Tirol, wo der Freiheitskampf Teil der historischen Identität vieler Menschen ist.
- Sie ignoriert die historische Faktenlage
- Wonach mehrere Anschläge den Pusterer Buam zu Unrecht zugeschrieben wurden.
- Sie blendet folgendes aus:
- Die Fratelli d’Italia tragen bis heute das Symbol des neofaschistischen MSI – die „Mussolini-Flamme“.
- Italien hat zahlreiche rechtsextreme Täter begnadigt
- Darunter Personen aus dem Umfeld des ehemaligen MSI und anderer neofaschistischer Gruppen.
Urzìs Aussage, die Reaktionen „radikaler Kreise“ auf Stegers Tod lösten „Ekel“ aus, wirkt vor diesem Hintergrund wie eine gezielte politische Provokation – und wie ein Versuch, die Deutungshoheit über die Geschichte Süd-Tirols neu zu besetzen.
Freiheitskänpfer als Terroristen diffamiert
Folgt man Urzìs Argumentation, wäre letztlich wahrscheinlich sogar das öffentliche Gedenken an historische Freiheitskämpfer wie Andreas Hofer oder Michael Gaismair als „Terrorismusverherrlichung“ zu kriminalisieren. Während gleichzeitig faschistische Monumente in Süd-Tirol– wie beispielsweise der „Kapuziner Wastl“ in Bruneck, Relikte einer Ideologie, die Millionen Menschen das Leben kostete – seit jahrzenten vom italienischen Staat weiterhin geschützt und sogar revoviert werden. Eine solche Schieflage ist in Europa nahezu einzigartig und steht im offenen Widerspruch zu grundlegenden Menschenrechts- und Demokratieprinzipien.
Weshalb Urzis Forderung gefährlich ist
Ein Gesetz, wie es Urzì fordert, wäre ein massiver Eingriff in die Meinungsfreiheit. Es würde:
- Historische Forschung erschweren,
- Politische Diskussionen kriminalisieren,
- Und die ohnehin fragile Autonomie Süd-Tirols zusätzlich unter Druck setzen.
Vor allem aber würde es die historische Wahrheit verzerren. Der Süd-Tiroler Freiheitskampf der 1960er Jahre, war kein „Terrorismus“ sondern ein politischer Befreiungskampf gegen systematische Unterdrückung, Zwangsassimilation und staatliche Gewalt.
Ein Spiegelbild ungelöster Vergangenheit
Die Hetze gegen Steger zeigt, dass Italien bis heute Schwierigkeiten hat, die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Während neofaschistische Narrative salonfähig bleiben, werden Freiheitskämpfer aus Süd-Tirol weiterhin diffamiert.
Der Tod Siegfried Stegers wurde wiedereinmal von italienischen Rechtspartein genutzt, um alte Feindbilder neu zu beleben.
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: schuetzen.com
https://schuetzen.com/2026/02/21/schuetzen-trauern-um-freiheitskaempfer-siegfried-steger/
Quelle: www.rainews.it/tgr/tagesschau
Quelle: www.andreashoferbund.tirol
https://www.andreashoferbund.tirol/tirol-steht-in-grosser-sorge-um-siegfried-steger/
Quelle: www.jungewelt.de
https://www.jungewelt.de/artikel/515622.neofaschisten-in-italien-feier-mit-vergangenheit.html
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tiroler-freiheitskaempfer-siegfried-strger-im-exil-gestorben/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/tirol-schilder-rechtsextreme-angriffe-auf-die-sued-tiroler-identitaet/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/italienische-neofaschisten-hetzen-ohne-konsequenzen-gegen-sued-tirol/




