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80 Jahre Pariser Vertrag – Das Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommen
Beim heutigen Festakt zum 80‑Jahr‑Jubiläum des Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommens in Meran sind die Staatsoberhäupter Italiens und Österreichs sowie die Spitzen der Landespolitik aus Nord/Ost- Süd-Tirol und aus Welschtirol erschienen. Das Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommen, der „Pariser Vertrag“ von 1946 hat die Süd-Tirol‑Autonomie völkerrechtlich verankert, weil er Teil des internationalen Friedensvertrags mit Italien wurde und Österreich damit eine Schutzmachtrolle erhielt. Damit ist die Autonomie nicht innerstaatliches italienisches Recht, sondern international abgesichert.
Von 1946 bis zum „Paket“ war es aber noch ein langer Weg.
Der Süd-Tiroler Freiheitskampf des BAS entstand deshalb, da Italien die im Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommen (1946) zugesagte Autonomie über zwei Jahrzehnte nicht umsetzte und stattdessen eine Politik der Italianisierung fortführte. Die BAS‑Anschläge und der Freiheitskampf waren Notwehr und eine Reaktion auf diese Blockadepolitik.
🟥 Warum kam es zum Süd-Tiroler Freiheitskampf (BAS)?
- Nicht‑Umsetzung des Pariser Abkommens Italien versprach 1946 die Süd-Tirol Autonomie, tat aber praktisch nichts für deren Umsetzung.
- Fortgesetzte Italianisierung
- Verwaltung, Polizei, Justiz und Ämter blieben italienisch dominiert; Deutsch wurde oft benachteiligt.
- Massive Zuwanderung aus Süditalien
- Der Staat siedelte gezielt italienische Arbeiter in Bozen an (Industriezone). Bereits im Faschismus unter Mussolini wurden tausende Italiener in Bozen angesiedelt.
- Frustration über politische Blockade
- Die Südtiroler Volkspartei verhandelte jahrelang erfolglos; Rom verzögerte jede echte Autonomie.
- Idealismus der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer
- Der BAS (Befreiungsausschuss Südtirol) entstand aus dem Gefühl: „Rom versteht nur Druck.“ Das Ziel war die Aufmerksamkeit auf die Süd-Tirol Frage zu lenken, nicht Menschen zu ermorden. Die meisten Anschläge richteten sich gegen Strommasten, Denkmäler, Kasernen.
🟩 Warum wurde die Autonomie erst ab 1969 umgesetzt?
- Die Feuernacht 1961
- Und weitere BAS‑Anschläge machten Süd-Tirol zur internationalen Frage.
- Österreich brachte den Konflikt vor die UNO.
- Italien erkannte, dass die Lage ohne echte Autonomie nicht „stabilisierbar“ war.
- 1969 wurde das „Paket“ vereinbart – Grundlage für das Zweite Autonomiestatut (1972).
🟥 Warum die Autonomie bis heute nur eine Übergangslösung ist
- Völkerrechtliches Versprechen vs. nationale Umsetzung
- Das Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommen versprach „autonome Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse“. Italien setzte dies aber nur teilweise um – und immer so, dass die Staatsgewalt zentral bleibt.
- Autonomie ist italienisches Verfassungsgesetz Nicht ein eigener Staat
- Die Autonomie ist kein völkerrechtlich garantiertes Selbstbestimmungsrecht, sondern ein innerstaatliches Gesetz, das Rom ändern kann, solange der Kern des Pariser Vertrags formal gewahrt bleibt.
- Schlüsselkompetenzen bleiben in Rom
- Justiz, Polizeihoheit, Außenpolitik, Grenzschutz, Wahlrecht, Wahlkreiseinteilung.
- Politische Abhängigkeit von Regierungen in Rom
- Beispiel: Wahlkreisreform der Regierung Meloni im Süd-Tiroler Unterland Teilung des Wahlkreis möglich, weil Wahlrecht keine autonome Kompetenz ist.
- Trotz Autonomie
- Faschistische Ortsnamen, das Regierungskommissariat sowie faschistischen Bauten bleiben in Süd-Tirol bis heute bestehen.
Fazit
Der Pariser Vertrag von 1946 sichert Süd-Tirol Autonomie zu und verankert Österreich Rolle als Schutzmacht Süd-Tirols. Jedoch Verhinderung der Umsetzung der Autonomie durch Italien, Freiheitskampf und schwere Folter von Freiheitskämpfern, durch katholisch konservative Autoritäre italienische Regierungen und einen autoritären Staat Italien der 1950er, 1960er Jahre. Verzögerungen der Umsetzung des Zweiten Autonomiestatut von 1972 bis in die beginnenden 1990er Jahre. Nicht zuletzt die aktuellen Entwicklungen der sogenannten „Autonomiereform“ der rechten Regierung von Giorgia Meloni zeigen das die heutigen „Feierlichkeiten“ einer angeblichen „Erfolgsgeschichte“ deplatziert sind. Vielmehr muss von 80 Jahren Verrat gesprochen werden. Gefeiert werden kann erst dann wenn Süd-Tirol in einem Referendum über die Selbstbestimmung entschieden hat.
Quelle: junta-proviniala.provinzia.bz it
Quelle: autonomie.provinz.bz.it
https://autonomie.provinz.bz.it/de/kompetenzen-und-finanzierung-der-autonomie
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
https://suedtiroler-freiheit.com/2026/09/03/unabhaengigkeit-von-italien-sichert-sued-tirols-zukunft/
Quelle: schuetzen.com
https://schuetzen.com/2026/09/05/tag-der-autonomie/
Quelle: bas.tirol
Quelle: www.rainews.it/tgr/tagesschau
Quelle: www.unsertirol24.com
https://www.unsertirol24.com/2026/09/05/autonomie-gefeiert-probleme-ungeloest/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tirol-schutzmachtfunktion-oesterreichs-ist-keine-folklore/
Quelle: my-politics-blog.com




