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Süd-Tirol – Demokratische Selbstbestimmung statt neofaschistische „Remigration“

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Am kommenden Samstag will die neofaschistische Organisation CasaPound in Bozen eine Demonstration abhalten, die unter dem Schlagwort „Remigration“ firmiert. Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes als die Forderung nach der Vertreibung von Menschen, die seit Jahren oder Jahrzehnten in einem Land leben.

Dass ausgerechnet CasaPound solche Forderungen erhebt, wirkt vor dem Hintergrund der Geschichte Süd-Tirols besonders zynisch. Denn wenn man die Logik der „Remigration“ ernst nähme, müsste die Bewegung bei sich selbst beginnen.

Historische Realität: Süd-Tirol war vor der Annexion fast vollständig deutsch- und ladinischsprachig

Vor der italienischen Annexion nach dem Ersten Weltkrieg war das heutige Süd-Tirol nahezu geschlossen deutsch- bzw. ladinischsprachig. Erst die systematische Italianisierungspolitik des faschistischen Regimes und der Nachkriegszeit, die Ansiedlung italienischer Staatsbürger und die Unterdrückung der Tiroler Kultur führten zu demografischen Verschiebungen. Die Forderung nach „Remigration“ ignoriert diese historische Tatsache vollständig – oder blendet sie bewusst aus.

Gerade deshalb stößt die morgige Kundgebung auf breite Ablehnung in der Süd-Tiroler Gesellschaft.

CasaPound und Fratelli d’Italia – eine gefährliche Nähe

Besonders brisant ist die politische Gemengelage:

CasaPound wirkt seit Jahren wie eine Vorfeldorganisation der italienischen Rechtspartei Fratelli d’Italia, jener Partei von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Immer wieder gab es gemeinsame Veranstaltungen oder personelle Überschneidungen.

Marco Galateo von den Fratelli d Italia, war selbst in der Vergangenheit nochdazu in seiner Funktion als der offizielle Vizelandeshauptmann Süd-Tirols, bei einem Fackelmarsch der CasaPound in Bozen mitgelaufen.

Dass die SVP sich zwar offiziell klar gegen die  Demo am Samstag positioniert, gleichzeitig aber auf Landesebene mit Fratelli d’Italia koaliert, ist eine politische Doppelmoral. Die Teilnahme an der Gegendemonstration – die Landeshauptmann Arno Kompatscher angekündigt hat – verliert dadurch jegliche Glaubwürdigkeit.

Wenn es der SVP wirklich ein Anliegen ist, sich gegen neofaschistische Demos und Veranstaltungen zu positionieren, muss sie ihre Koalition mit Fratelli d Italia und den italienischen Rechtspartein sofort beenden.

Die Schutzmachtfunktion Österreichs – und der offene Affront aus Rom

Vertreter der italienischen Rechtsregierung haben zuletzt erkennen lassen, dass sie die völkerrechtlich verankerte Schutzmachtfunktion Österreichs nicht mehr anerkennen wollen. Der rechte Abgeordnete Alessandro Urzì (Fratelli d’Italia) bezeichnete den Briefwechsel zwischen Wien und Rom als „bloße Freundlichkeit ohne Einfluss auf parlamentarische Entscheidungen“.

Diese Aussage widerspricht klar den internationalen Vereinbarungen, insbesondere der Streitbeilegungserklärung zwischen Österreich und Italien. Eine Missachtung dieser Verpflichtungen wäre ein Bruch des Völkerrechts und zeigt, wie fragil die Autonomie Süd-Tirols geworden ist. Politische Beobachter sprechen zurecht bereits von der höchsten Warnstufe für die Autonomie des Landes.

Ein zweites Ereignis am Samstag: Die Beerdigung von Siegfried Steger

Während in Bozen demonstriert wird, findet in Mühlen in Taufers die Beerdigung des kürzlich verstorbenen Süd-Tiroler Freiheitskämpfers Siegfried Steger statt. Steger war der letzte noch lebende der „Puschtra Buibm“, jener Gruppe junger Süd-Tiroler, die in den 1960er-Jahren als Freiheitskämpfer gegen die Unterdrückungspolitik des italienischen Staates Widerstand geleistet hatten.

Er darf erst als Toter in seine Heimat zurückkehren – Italien verweigerte ihm bis zuletzt die Begnadigung und spielte auf Zeit, bis sich das „Problem“ biologisch erledigt hatte. Sein Tod markiert das Ende eines Kapitels der Süd-Tiroler Zeitgeschichte, das bis heute nachwirkt.

Warum all das zusammengehört

Die morgige Demo ist kein isoliertes Ereignis. Sie steht in einem größeren politischen Kontext:

  • Einer italienischen Regierung, die klar Rechtsradikal auftritt.
  • Einer Süd-Tiroler Landespolitik, deren Worten durch opportunistischen Koalitionen mit Rechtsextremen Kräften wiederlegt werden.
  • Und einer ohnehin fragilen Autonomie, deren Schutzmechanismen von Rom offen infrage gestellt werden.

Es zeigt sich daher einmal mehr das die Selbstbestimmung, wobei die Süd-Tiroler selbst über ihre Zukunft bestimmen könnten,  das mit Sicherheit beste Modell für eine nachhaltige und demokratische Zukunft des Landes wäre.

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2026/02/26/hoechste-warnstufe-fuer-sued-tirols-autonomie/

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2026/02/25/casapound-fangt-bei-euch-mit-der-remigration-an/

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https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2026/02/klare-worte-gegen-remigration-svp-spitzen-rufen-zu-besonnenheit-auf-1b19441a-1e78-462e-97d1-137ed9c2a622.html

Quelle: www.rainewa.it/tgr/tagesschau

https://www.google.com/amp/s/www.rainews.it/amp/tgr/tagesschau/articoli/2026/02/kompatscher-geht-gegen-demo-in-bozen-auf-die-strasse-remigration-ist-deportation-76094b53-7aee-4dc9-a326-709046d7b9fc.html

Quelle: www.tagesschau.it

https://www.tageszeitung.it/2025/02/17/lh-muss-galateo-entlassen/

www.unsertirol24.com

https://www.unsertirol24.com/2025/05/09/mit-faschisten-marschieren-und-sich-dann-winden/

Quelle: schuetzen.com

https://schuetzen.com/2026/02/21/schuetzen-trauern-um-freiheitskaempfer-siegfried-steger/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/sued-tiroler-freiheitskaempfer-siegfried-strger-im-exil-gestorben/

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https://my-politics-blog.com/neofaschistische-hetze-gegen-verstorbenen-sued-tiroler-freiheitskaempfer/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/italienische-neofaschisten-hetzen-ohne-konsequenzen-gegen-sued-tirol/

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