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Freiheitskämpfer Siegfried Steger im Exil gestorben
Heute starb der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Siegfried Steger – als letztes noch lebendes Mitglied der sogenannten Pusterer Buam. Er starb im Exil in Nord-Tirol, fern seiner Heimat, in die er bis zu seinem Lebensende nicht zurückkehren durfte. Dass ihm selbst der Abschied von seinen Eltern verwehrt blieb, ist eine menschliche Tragödie, die weit über politische Debatten hinausreicht.
Steger wurde 1939 in Mühlen in Taufers geboren, in einer Zeit, in der die Folgen von Option, Entrechtung und forcierter Italianisierung noch tief in der Gesellschaft nachwirkten. Wie viele junge Südtiroler seiner Generation wollte er das Unrecht nicht schweigend hinnehmen. Anfang der 1960er Jahre schloss er sich dem Widerstand an – aus Überzeugung, aus Heimatverbundenheit und aus dem Gefühl heraus, Verantwortung für die Zukunft seines Landes zu tragen.
Widerstand ohne Blutvergießen
Die Freiheitskämpfer jener Jahre wurden oft diffamiert, doch die historischen Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Aktionen richteten sich gegen Symbole der Unterdrückung – gegen faschistische Denkmäler, gegen Einrichtungen der staatlichen Kontrolle, gegen Strommasten, die als Zeichen der italienischen Dominanz galten. Es waren Sabotageakte, keine Angriffe auf Menschen.
Selbst jene, die sich nach brutalen Folterungen durch staatliche Stellen bewaffneten – darunter auch Mitglieder der Pusterer Gruppe – taten dies nicht, um Gewalt gegen Soldaten oder Zivilisten auszuüben. Die Waffen dienten einzig dem Schutz vor Verhaftung, Folter und Misshandlung durch militärische und polizeiliche Einheiten der italienischen Besatzer.
Ungleiche Maßstäbe der Justiz
Während Italien im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Täter, Terroristen und Rechtsextremisten begnadigte, blieb den Süd-Tiroler Freiheitskämpfern diese Möglichkeit bis heute verwehrt. Viele von ihnen verbrachten ihr Leben im Exil, abgeschnitten von Familie und Heimat. Mit dem Tod Siegfried Stegers lebt nun nur noch ein einziger Freiheitskämpfer jener Generation im Exil.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Steger und seine Weggefährten handelten in einer Zeit, in der Süd-Tirols Zukunft alles andere als gesichert war. Ihr Mut, ihre Opferbereitschaft und ihre Standhaftigkeit prägten ein Kapitel der Geschichte, das bis heute nachwirkt. Das Siegfried Steger nun erst als toter in seine Heimat reisen darf, ist eine erschreckend traurige Nachricht.
Sein Tod erinnert auch daran, die heutige Autonomie ist keine wirklich gerechte Lösung und kann Frieden, Demokratie und Freiheit nicht vollumfänglich absichern. Die Frage nach der Zukunft Süd-Tirols, kann weiterhin nur in der Selbstbestimmung einem universalen demokratischen Menschenrecht liegen.
Quelle: schuetzen.com
https://schuetzen.com/2026/02/21/schuetzen-trauern-um-freiheitskaempfer-siegfried-steger/
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
https://suedtiroler-freiheit.com/2026/02/21/grosse-trauer-um-freiheitskaempfer-siegfried-steger/
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
https://suedtiroler-freiheit.com/2026/02/21/suedtiroler-heimatbund-trauert-um-siegfried-steger/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/georg-klotz-50-todestag-ein-vermaechtnis-der-freiheit/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/begnadigung-der-im-exil-lebenden-sued-tiroler-freiheitskaempfer/
Quelle: my-politics-blog.com




