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Politische Zerreißprobe in Süd‑Tirol
In Süd-Tirol ist innerhalb der Landesregierung ein offener Konflikt entbrannt, nachdem Vizelandeshauptmann Marco Galateo von den Rechtsradikalen Fratelli d’Italia die Teilnahme von Landeshauptmann Arno Kompatscher an einer Demonstration gegen die neofaschistische CasaPound scharf kritisiert hat. Die Demonstration war von mehreren Vertretern der SVP besucht worden – ein Schritt, der nun für erhebliche Spannungen sorgt.
Galateo, der im vergangenen Jahr selbst an einem Fackelmarsch teilgenommen hatte, der von CasaPound organisiert wurde, kritisierte Kompatschers Teilnahme an der Gegendemo scharf. Wohl eine bewusst kalkulierte politische Provokation. Harald Stauder SVP-Fraktionsvorsitzender wiederum reagierte vor kurzem ungewöhnlich deutlich und verurteilte offiiziell Galateos Aussagen bezüglich des Tirol Schriftzug der Schützen bei Oympia.
Die Heucheleiein der SVP – Ein politisches Glaubwürdigkeitsproblem
Viele Stimmen in Süd‑Tirol werfen der SVP berechtigterweise Heuchelei vor:
Einerseits demonstriere sie gegen Rechtsextremismus, andererseits regieren sie weiterhin gemeinsam mit den Fratelli d’Italia, einer Rechtsextremen Partei, deren Vertreter immer wieder durch Nähe zu neofaschistischen Symbolen und Positionen auffallen. Ein glaubwürdiges Bekenntnis gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus kann daher nur erfolgen wenn die SVP die Koalition mit den italienischen Rechtspartein beendet.
Besonders perfide ist das auf Seiten der CasaPound‑Kundgebung auch Süd‑Tiroler Neonazis mit Süd‑Tirol‑ und Deutschlandfahnen auftraten. CasaPound bezieht sich offen positiv auf Mussolini – jenen Diktator, der für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich war, eng mit Hitler kooperierte und die deutsch- und ladinischsprachige Mehrheitsbevölkerung Süd‑Tirols unterdrückte ihre Sprache und Kultur verbot. Dass solche Gruppen heute wieder in Bozen demonstrieren, ist ein alarmierendes Zeichen.
Fragwürdige Gegendemonstration und ideologische Vermischungen
Auch die Gegendemonstration war nicht frei von Kritik. Unter den Teilnehmenden befanden sich Personen mit sowjetischen Fahnen – Symbolen eines totalitären Systems, das ebenfalls für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich gewesen war. Zudem war die Veranstaltung stark von zentralistischen proitalienischen Kräften geprägt, die die kulturelle Eigenständigkeit Süd‑Tirols kaum berücksichtigen.
Ein stilles Begräbnis: Freiheitskämpfer Siegfried Steger
Während die SVP auf der Demonstration gegen CasaPound Präsenz zeigte, blieb die Landesregierung der Beerdigung des Süd‑Tiroler Freiheitskämpfers Siegfried Steger fern, die am selben Tag stattfand. Steger lebte bis zuletzt im Nord-Tiroler Exil. Ihm war bis zu seinem Tod die Einreise in seine Heimat verwehrt worden, obwohl sein Engagement nachweislich auf die Verteidigung der Süd‑Tiroler Bevölkerung und ihrer Rechte ausgerichtet war. Sein Kampf richtete sich gegen faschistische Unterdrückung und die Unterdrückung der Süd-Tiroler in der postfaschistischen Nachkriegsära durch den italienischen Staat, sowie gegen Symbole eines Regimes, das Süd‑Tirol jahrzehntelang entrechtet hatte.
Während man seitens der SVP öffentlich gegen Rechtsextremismus demonstriert, würdigt man nicht einen Mann und Süd-Tiroler Freiheitskämpfer , der tatsächlich gegen faschistische und postfaschistoide Unterdrückung gekämpft hatte.
Die Freiheitlichen und der Widerspruch ihrer Koalition
Auch die Freiheitlichen, die Teil der Süd-Tiroler Landesregierung sind, sollten ihr handeln einmal selbst hinterfragen. Ihr Ziel – Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und ihr Modell ein unabhängiger „Freistaat Süd‑Tirol“ – ist nicht vereinbar mit einer Koalition, in der die Fratelli d’Italia vertreten sind. Diese kriminalisieren jede Form von Unabhängigkeitsbestrebung und stellen jetzt sogar die völkerrechtlich verankerte Schutzmachtfunktion Österreichs infrage. Vertreter der Fratelli d Italia und der italienischen Rechten behaupteten jüngst, der Briefwechsel zwischen Italien und Österreich sei lediglich ein „Akt der Freundlichkeit.“ – Die Schutzmachtfunktion Österreichs ist aber keine „Freundlichkeit“ sondern unter anderem völkerrechtlich verbindend im Pariser Vertrag von 1946 und der Streitbeilegungserklärung zwischen Italien und Österreich von 1992 verankert.
Fazit: Ein notwendiger Schritt
Wenn SVP und Freiheitliche glaubwürdig für Autonomie, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und gegen Faschismus, Neonazismus, Rechtsextremismus und Totalitarismus auftreten wollen, führt kein Weg daran vorbei, die Koalition mit der italienischen Rechten – den Fratelli d’Italia schnellstmöglich zu beenden. Nur so kann Süd‑Tirol ein klares Zeichen setzen – für Demokratie, kulturelle Eigenständigkeit, Autonomie, Selbstbestimmung. Zudem sollte verhindert werden, dass neofaschistische „Remigrationsdemos“ in Bozen künftig überhaupt stattfinden.
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: www.unsertirol24.com
https://www.unsertirol24.com/2026/02/28/svp-politiker-demonstrieren-mit-linksextremen/
Quelle: www.unsertirol24.com
Quelle: www.rainews.it
Quelle: www.suedtirolnews.it
https://www.suedtirolnews.it/politik/kritik-an-tirol-schriftzuegen-politische-kontroverse-entfacht
Quelle my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/tirol-schilder-rechtsextreme-angriffe-auf-die-sued-tiroler-identitaet/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tiroler-freiheitskaempfer-siegfried-strger-im-exil-gestorben/




