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Von der Welt zur Jungen Welt – Antiukrainische Narrative in der deutschen Medienlandschaft

Beitragsbild Foto Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des ukrainischen LGBT-Militärs. Einhorn in den Farben der UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) Rot und Schwarz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kürzlich, ein Dekret erlassen. Damit verlieh er dem Zentrum für Spezialoperationen Nord der Spezialkräfte der Ukraine den Ehrennamen „Helden der UPA“. Der ukrainische Präsident möchte damit nach eigener Aussage die historischen Traditionen der Nationalen Armee wiederbeleben. Auch das ukrainische LGBT-Militär innerhalb der ukrainischen Armee, verwendet in seinem Logo die Farben der UPA als ein Symbol. Die UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) führte zwischen 1942 und 1945 einen Guerillakampf für die Unabhängigkeit der Ukraine, gegen Nazis, Sowjets und Polen.

UPA komplexe ukrainische Partisanen und Freiheitskämpfer während des zweiten Weltkrieg

Polnische Politiker reagieren seitdem zunehmend Anti ukrainisch. Der weit Rechtsstehende polnische Präsident Karol Nawrocki möchte beispielsweise dem ukrainischen Präsidenten sogar den polnischen Orden des Weißen Adlers entziehen. Es wird in Polen immer wieder behauptet die UPA hätte einseitig in Wolhynien zehntausende Polen systematisch ermordet. Deutsche Medien springen auf diesen Zug auf und unterstellen der Ukraine sogar „Nazikollaborateure“ die Polen und Juden ermordet hätten zu ehren und daher angeblich noch nicht reif für einen EU-Beitritt zu sein. Die historische Wahrheit ist hingegen deutlich komplexer. Die von der UPA verteidigten westukrainischen Gebiete waren historisch überwiegend ukrainisch besiedelt. Zwischen 1918 und 1939 wurden ethnische Ukrainer in diesen Gebieten vom autoritär-Nationalistisch regierten Polen systematisch unterdrückt. Die Ereignisse in Wolhynien waren ein beidseitiger ukrainisch‑polnischer Untergrundkrieg, in dem die UPA als nationale Befreiungsarmee gegen drei Besatzer kämpfte und auch auf polnische Gewalt gegen Ukrainer, die oft vergessen wird reagierte. Dabei kam es auf beiden Seiten, zu teils schweren Kriegsverbrechen. Nazis und Sowjets nutzten die Situation um Ukrainer und Polen gegeneinander aufzuhetzen. Die komplexe Gewaltgeschichte zwischen Polen und Ukrainern wird auf einseitige Schuldzuweisungen reduziert, während polnische Verbrechen an ukrainischen Zivilisten kaum thematisiert werden. Roman Schuchewytsch hatte als Oberbefehlshaber den Kampf der UPA gegen die Moskauer Sowjetunion und Nazi-Deutschland angeführt, es existiert laut ukrainischer Quellen kein originaler, unterschriebener Befehl Schuchewytschs, der explizit die Ermordung von Polen angeordnet hätte. In den Reihen der OUN und der UPA hatte es jüdische Mitstreiter gegeben.

Deutsche Medien – Anti ukrainische Narrative von der Welt bis zur jungen Welt

In der deutschen Medienlandschaft fällt auf, dass selbst extrem unterschiedliche Pole wie sowohl die konservativ-neoliberale Welt vom Axel-Springer-Verlag als auch die Marxistisch-Leninistische Junge Welt, das ehemalige Organ des Zentralrats der FDJ in der DDR zwischen 1947 und 1990, wohl zur Freude des Kremls anti ukrainische Narrative über die ukrainische Geschichte verbreiten. Die Welt spricht beispielsweise vom „Schlächter“ Stepan Bandera und verbreitet Schuldzuweisungen an die Ukraine und Stepan Bandera für die Massaker in Wolhynien 1943. Dabei wird ignoriert, dass Bandera zu dieser Zeit im KZ Sachsenhausen als Sonderhäftling inhaftiert war und seine beiden Brüder in Auschwitz ermordet worden waren. Stepan Bandera – Bruder Wassyl Bandera starb am 21.7.1942 nach einer tödlichen Injektion im berüchtigten „Lagerkrankenhaus Auschwitz“ in dem unter anderem Josef Mengele „Lagerarzt“ war, einer der schlimmsten NS-Verbrecher, nach einem Gewaltakt gegen Wassyl, sehr wahrscheinlich unter Beteiligung polnischer Kapos. Stepan Bandera und seine Familie können also nicht an Kriegsverbrechen in dieser Zeit beteiligt gewesen sein und hatten unter den Nazis schwer zu leiden. Dennoch werden sie in der deutschen Medienlandschaft immer wieder als Täter und Nazifreunde hingestellt. Auch für die Behauptung Stepan Bandera sei Antisemit gewesen gibt es keinerlei eindeutige Hinweise oder gar Beweise. In seinen Schriften über den ukrainischen Befreiungsnationalismus findet sich kein einziges antisemitisches Zitat. Während der Pogrome gegen Juden im Westukrainischen Lviv (Lemberg) hielt sich Bandera nach eindeutigen Aussagen ukrainischer Historiker in Krakau auf. Stepan Bandera war kein „Schlächter“ oder „Faschist“ sondern der Theoretiker der Revolutionären Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN B) eine komplexe Figur der ukrainischen Geschichte, Held und Freiheitskämpfer der am Schluss seines Lebens 1959 in München Opfer eines Mordes durch einen KGB-Agenten wurde zugleich. Narrative die Stepan Bandera als „Schlächter“ die ganze UPA als „Mörder“ darstellen sind nicht nur falsch sondern spielen am Ende sogar Putin in die Karten. Wenn auch meist unabsichtlich Vielmehr könnten hierbei historische Parallelen zwischen Stepan Bandera und Che Guevara oder dem jungen Fidel Castro in Kuba gezogen werden. Wenn in Kuba Che Guevara als Nationalhelden verehrt werden darf, hat auch die Ukraine jedes Recht der Welt Stepan Bandera als ihren Nationalhelden zu ehren. Viele Helden der Geschichte haben auch ihre komplexen und problematischen Seiten. 

Fazit

Ausgerechnet Politiker des prorussischen BSW und der Rechtsradikalen faschistoiden AFD in Deutschland sprechen zum Teil sogar gerne von einem angeblichen „ukrainischen Faschismus“ oder „Bandera-Faschismus“. Die Ukraine befindet sich seit Februar 2022 und damit bald 4 1/2 Jahren im Abwehrkampf gegen den russischen Angriff und Vernichtungskrieg gegen die gesamte Ukraine der seitens Russland Genozidial geführt wird. Die Ukraine verteidigt sich selbst und zum Teil ganz Europa inklusive Polen und Deutschland gegen Putin und den imperialen russischen Faschismus. Angesichts der brutalen Gegenwart in der Ukraine und der Geschichte der Ukraine die unter Nazi-Deutschland, der Moskauer Sowjetunion und Polen zu leiden hatte, gibt es keinerlei Berechtigung der Ukraine von außen vorzuschreiben wie sie ihre Einheiten zu nennen hat oder dem jüdischen Präsidenten der Ukraine die Huldigung von Antisemiten vorzuwerfen. Die Ukraine hat jedes Recht der Welt Einheiten ihrer Streitkräfte nach den „Helden der UPA“ zu benennen. Soll Italien mit seiner Rechtsradikalen Regierung deren Regierungsparteien zum Teil Neofaschistische Wurzeln haben wie die Fratelli von Giorgia Meloni oder russlandfreundliche Positionen wie sie Rechtsextreme Lega von Matteo Salvini und die übrig gebliebenen „Jünger“ des verstorbenen Rechtsradikalen italienischen Ministerpräsidenten, Trump Vorläufer und Putin-Freund Silvio Berlusconi vertreten. Wo der Faschistische Diktator Mussolini offen verehrt werden darf teils selbst von Regierungsnahen Personen? Spanien mit seinem Königshaus das auf Franco zurückgeht, wo der Faschist und Diktator Franco wieder sehr populär ist und ebenfalls heute noch gehuldigt werden darf ? Polen mit seinem Rechtsrechten  Präsidenten, wo unter anderem von der PIS eine antiukrainische und Anti-LGBT Stimmung immer wieder angeheitzt wird ? Oder die Slowakei die vom Putin Freund Robert Fico regiert wird etwa die europäischen demokratischen Werte mehr repräsentieren als die Ukraine mit ihrer Historie und in ihrem jetzigen Abwehrkampf für Demokratie, Unabhängigkeit, Freiheit, LGBT-Rechte, Nationale Selbstbestimmung,  Gleichberechtigung und gegen den russischen Faschismus?

Quelle: www.welt.de

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Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/ukrainische-historie-das-tragische-schicksal-der-familie-bandera/

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Quelle: my-politics-blog.com

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