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Zwölf Jahre Maidan: Warum Europas Geschichtsvergessenheit gefährlich ist
Zwölf Jahre sind seit den Ereignissen vergangen, die als „Euromaidan“ in die Geschichte eingingen. Was im Winter 2013/14 in Kyjiw begann, war kein „faschistischer Putsch“, wie der Kreml es bis heute behauptet, sondern eine demokratische Massenbewegung gegen Korruption, Machtmissbrauch und die autoritäre Ausrichtung des damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer gingen auf die Straße, weil sie eine Zukunft in Freiheit wollten – nicht im Einflussbereich eines zunehmend imperial auftretenden Russlands. Die nach der Krim Annexion 2014 von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland waren vor 2022 kaum wirksam, Deutschland trieb unterstützt von Ländern wie Italien und Spanien das Nord Stream 2 Projekt weiter und importierte viel Öl und Gas aus Russland. Die EU hat im Jahr 2025 Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Die EU hält also im Bezug auf Russland teils bis heute fest an „Business esuschel.“ Eine europäische Energieabhängigkeit zuungunsten der Ukraine.
Der Mythos vom „faschistischen Maidan“ – ein russisches Propagandaprodukt
Russland bezeichnete die Proteste früh als „faschistische Machtübernahme“. Diese Erzählung wurde gezielt konstruiert, um die eigene Bevölkerung auf Krieg einzustimmen und die internationale Öffentlichkeit zu verwirren. Erschreckend ist, dass selbst einige deutsche Politiker damals Teile dieser Propaganda übernahmen – oft aus Unwissenheit, manchmal aus politischem Kalkül.
Die Realität auf dem Maidan sah anders aus: Die Demonstrierenden waren ein Querschnitt der ukrainischen Gesellschaft. Studierende, Rentner, Arbeiter, Intellektuelle – sie alle standen gemeinsam für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine europäische Zukunft ein. Die brutale Gewalt der damaligen ukrainischen politischen Spezialeinheit Berkut im Januar und Februar 2014, die zahlreiche Tote und Verletzte forderte, zeigte, wie sehr das Regime Janukowytsch bereit war, sich mit Gewalt an der Macht zu halten. Erst als der Druck der Straße unübersehbar wurde, floh der Präsident – und der Weg für demokratische Reformen öffnete sich.
Stepan Bandera: Nationalheld, nicht Ikone des Rechtsextremismus

Ein besonders beliebtes Propagandamotiv des Kreml ist die historische Figur Stepan Bandera. Dass auf dem Maidan Transparente mit seinem Bild zu sehen waren, wurde von Russland als „Beweis“ für einen angeblich rechtsextremen Charakter der Bewegung dargestellt. Doch diese Interpretation hält einer historischen Betrachtung nicht stand.
Bandera ist in der Ukraine vor allem ein Nationalheld und Symbol des jahrzehntelangen Kampfes um nationale Selbstbestimmung. Er wird in der Ukraine ähnlich gesehen wie beispielsweise Che Guevara in Kuba. Bandera kämpfte gegen polnische, sowjetische und deutsche Unterdrückung. Er saß im polnischen Gefängnis, wurde später von den Nazis als Sonderhäftling im KZ Sachsenhausen interniert und schlieslich 1959 im Münchner Exil vom KGB ermordet.
Teile der Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN), in der Bandera aktiv war kollaborierten zeitweise mit den Nazis und waren an Verbrechen beteiligt. Aber es gibt keine Hinweise oder Belege dafür, dass Bandera selbst an Pogromen gegen Juden beteiligt war, oder diese befürwortet oder gar unterstützt hatte. Seine Schriften drehen sich fast ausschließlich um die Unabhängigkeit der Ukraine, nicht um antisemitische oder rassistische Ideologien. In einem Interview mit dem WDR im Jahr 1954 , stellte Bandera klar das seine politischen Befreiungsvorstellungen demokratisch sind und sich gegen Faschismus, Nationalsozialismus und jede Form von Diktatur und Gewaltanwendung richten. Russland hat diese komplexe Geschichte bewusst verzerrt, um die Ukraine als „faschistischen Staat“ zu diffamieren. Dass selbst europäische Politiker diese Narrative übernahmen, zeigt, wie wirkmächtig Desinformation sein kann.
Nach dem Maidan: Demokratisierung – und russische Aggression
Nach Janukowytschs Sturz begann die Ukraine, demokratische Reformen umzusetzen:
- Stärkung der Meinungsfreiheit
- Ausbau von Menschenrechten
- Fortschritte bei LGBTIQ-Rechten
- Bekämpfung von Korruption
- Auch wenn es in der Ukraine innerhalb der führenden politischen Klasse weiterhin Korruptionsskandale gibt, ist das Bewusstsein gegen Korruption und für Gerechtigkeit und Demokratie in der ukrainischen Gesellschaft seit dem Maidan sehr hoch.
Russlands Antwort darauf war die Annexion der Krim und die militärische Destabilisierung des Donbas. Damit legte der Kreml den Grundstein für den großangelegten Angriffskrieg, der seit 2022 offen geführt wird.
Europas Dilemma: Werte predigen, aber nicht leben
Während die Ukraine einen hohen Preis für demokratische und europäische Werte zahlt, zeigt Europa heute eine bedenkliche Ambivalenz. Die EU und Deutschland zögern weiterhin, das Land vollständig aufzunehmen – trotz aller Reformen, trotz aller Opfer.
Gleichzeitig liefert Deutschland unter CDU-Führung hochmoderne Waffen an die italienische Regierung unter Giorgia Meloni, deren Partei alt und neo-faschistische Kontinuitäten aufweist. Dass ausgerechnet Italien, historischer Täterstaat des Faschismus und engster Verbündeter Nazi-Deutschlands, heute großzügig aufgerüstet wird, während die Ukraine dringend Flugabwehrsysteme benötigt, die ihr nicht ausreichend von Deutschland und Europa geliefert werden wirkt geschichtsvergessen und moralisch äuserst widersprüchlich.
In Städten wie Charkiw, Kyjiw oder Odessa und in der Ostukraine sterben Menschen, da die Mittel fehlen, russische Raketen abzuwehren. Dass Europa hier zögert, während es anderen teils hochproblematischen Regierungen problemlos modernste Bewaffnung liefert, ist nicht nachvollziehbar – und für die Bundesregierung schwer zu rechtfertigen.
Zwölf Jahre später: Die Frage bleibt, auf welcher Seite Europa steht
Der Maidan war ein Aufstand für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Die Ukraine verteidigt diese Werte bis heute – oft allein, oft unter enormen Opfern.
Wenn Europa jetzt zaudert, wenn es sich in geopolitischen Kompromissen verliert oder aus Angst vor Moskau einknickt, dann verrät es nicht nur die Ukraine, sondern auch seine eigenen Grundsätze.
Die Ukraine kämpft unter enormem Schmerzen und Verlusten, seit 2014 für die Werte des demokratischen Europa. Wenn Italien das von Rechten Politikern wie Giorgia Meloni und Matteo Salvini den ideologischen Freunden der AFD regiert wird, oder Spanien mit seinem Königshaus von Francos „Gnaden“ , wenn Ungarn das von Viktor Orbán der Russland und Putin als „Freund“ und „Partner“ sieht und die Ukraine offiziell als „Feindesstaat“ differmiert hatte regiert wird, Teil der Europäischen Union sein dürfen und die Ukraine nicht. Dann gibt es kein einiges demokratisches Europa der Werte und Menschenrechte. Ein solches Europa kann kein Gegenmodell zu einer USA unter Donald Trump sein, sondern steht in Kontinuität zu Trump.
Fazit
Zwölf Jahre nach dem Maidan ist klar: Es geht nicht nur um die Ukraine. Es geht um die Zukunft Europas. Und darum, ob wir bereit sind, für unsere Werte einzustehen – oder sie nur noch zu zitieren.
Quelle: www.tagesschau.de
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/kiew-maidan-massaker-100.html
Quelle: www.bpb.de
Quelle: www.fr.de
Quelle: hai-nyzhnyk.in.ua
https://hai-nyzhnyk.in.ua/doc2/1943(08)25.oun..php
Quelle: www.nd-aktuell.de
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1197114.contra-nicht-mit-dieser-eu.html
Quelle: www.jungewelt.de
https://www.jungewelt.de/artikel/516196.rom-ist-das-neue-paris.html
Quelle: hai-nyzhnyk.in.ua
https://hai-nyzhnyk.in.ua/doc2/1954.bandera..php
Quelle: ukraineverstehen.de
https://ukraineverstehen.de/lgbtiq-in-der-ukraine-kampf-um-gleichberechtigung-auch-in-der-armee/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/russische-und-polnische-fake-news-zur-ukrainischen-geschichte/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/ukrainische-historie-das-tragische-schicksal-der-familie-bandera/
Quelle: my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/die-fatale-verharmlosung-putins-in-deutschland-vor-2022/
Quelle: my-politics-blog.com




