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Olympische winterspiele 2026
Die Olympischen Winterspiele in Mailand, Cortina und Teilen von Süd‑Tirol rücken näher – und mit ihnen ein altes, ungelöstes Problem, das im deutschsprachigen Raum und ganz Europa viel zu oft übersehen wird: Die systematische Verwendung von faschistisch eingeführten Ortsnamen für Süd‑Tiroler Austragungsorte. Ein Thema, das eigentlich längst im kollektiven historischen Bewusstsein verankert sein müsste – und doch wird es in Medien, Sportberichterstattung und internationalen Kampagnen immer wieder ignoriert.
Ein blinder Fleck Europas – und er wird 2026 wieder sichtbar
Während die Welt auf die sportlichen Wettkämpfe blickt, werden Ortsnamen genannt, deren Bezeichnungen nicht „neutral“ sind, sondern das Ergebnis eines radikalen Italianisierungsprojekts des italienischen Faschismus unter Benito Mussolini und seinem Sprachideologen Ettore Tolomei. Diese italienischen Namen wurden nicht geschaffen, um Orientierung zu bieten, sondern um Identität auszulöschen.
Gerade im deutschsprachigen Raum – in Nord‑ und Ost‑Tirol, im restlichen Österreich, in der Schweiz, in Deutschland und weit darüber hinaus – sollte das Bewusstsein dafür vorhanden sein. Es geht nicht um Nostalgie. Es geht um historische Verantwortung.
Die Ladiner – ein Volk, das dreifach geteilt wurde
Besonders hart traf der Faschismus die Ladiner. Ihr Siedlungsgebiet wurde in folge der Annexion des südlichen Tirols künstlich zerschnitten:
- ein Teil im heutigen Süd‑Tirol,
- ein Teil im Trentino,
- ein Teil in Ladinisch Anpezzo (heute Cortina), das der Region Venetien zugeschlagen wurde.
Diese Dreiteilung besteht bis heute – und sie ist ein Symbol dafür, wie tief die Eingriffe des Regimes reichten. Wer heute über Minderheitenrechte spricht, sollte diese historische Wunde nicht ignorieren.
Wenn Minderheitenrechte plötzlich relativ werden
Besonders irritierend ist, dass ausgerechnet progressive politische Kräfte, die sich europaweit für Minderheiten einsetzen, in Süd‑Tirol andere Maßstäbe anlegen. Die öffentliche Lobrede auf das ladinische Schulmodell, in dem die Muttersprache nur noch wenige Stunden unterrichtet wird, ist ein Beispiel dafür. Ein Modell, das viel eher Assimilation als Schutz fördert, kann kein Vorbild für europäische Minderheiten sein.
Ebenso problematisch ist die Idee einer gemischtsprachigen Schule für Süd‑Tirol. Was als angeblich „modern“ verkauft wird, könnte in Wahrheit ein Einfallstor für jene politischen Kräfte sein, die die Autonomie aushöhlen wollen. Die Süd-Tiroler als Österreichische Volksgruppe, als eine deutsch‑ und ladinische Sprachgruppe hat ein Recht auf Schulen in ihren Muttersprachen – genauso wie die italienische Sprachgruppe. Dieses Gleichgewicht ist kein Problem, sondern ein Schutzmechanismus.
Autonomie ist kein Geschenk – und kein sicherer Hafen
Die Europaregion Tirol wird gerne als Symbol der Einheit präsentiert. Doch solange Rom die Autonomie jederzeit infrage stellen kann, bleibt sie eine fragile Konstruktion. Die Zukunft Süd‑Tirols liegt nicht in schönen Worten, sondern in echter Selbstbestimmung – politisch, kulturell und sprachlich.
Warum dieser Diskurs jetzt geführt werden sollte
Die Olympischen Spiele sind ein globales Schaufenster. Millionen Menschen werden die Namen der Austragungsorte hören. Genau deshalb ist jetzt der Moment, um aufzuklären, zu sensibilisieren und historische Verantwortung einzufordern.
Es geht nicht um Nostalgie. Es geht um Wahrheit, um Gerechtigkeit und Demokratie.
Wenn Europa und die internationale Staatengemeinschaft wirklich Menschenrechte, das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Minderheitenrechte ernst nimmt, dann muss es auch die Geschichte Süd‑Tirols ernst nehmen – und aufhören, faschistische Ortsnamen unreflektiert zu reproduzieren.
Quelle: mailandcortina2026.provinz.bz.it
https://mailandcortina2026.provinz.bz.it/austragungsorte/
Quelle: www.tiroler-photoarchiv.eu
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: suedtiroler-freiheit.com
Quelle: brennerbasisdemokratie.eu
https://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=96940
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tirol-unter-druck-selbstbestimmung-statt-scheinautonomie/
Quelle: my-politics-blog.com
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/die-dreiteilung-ladiniens-ein-offenes-kapitel-tiroler-geschichte/




