Die Dreiteilung Ladiniens – Ein offenes Kapitel Tiroler Geschichte
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Die Geschichte der Ladiner ist ein Beispiel dafür, wie politische Machtspiele und faschistische Ideologie ganze Gemeinschaften über Generationen hinweg prägen können. Nach der Annexion Süd-Tirols durch Italien zu Beginn der 1920er Jahre wurden die Ladiner – die älteste Sprachgruppe Tirols – vom faschistischen Regime Benito Mussolinis bewusst zersplittert.
🌄 Eine Sprachgemeinschaft wird geteilt
Zwischen 1923 und 1927 wurden die ladinischen Täler nach dem Prinzip divide et impera auf drei italienische Provinzen aufgeteilt:
- Gröden (Gherdëina) und Gadertal (Val Badia) kamen zum heutigen Süd-Tirol,
- Fassatal (Fascia) wurde dem Trentino (Welschtirol) zugeschlagen,
- Buchenstein (Fodom) und Anpezo (Cortina d’Ampezzo) wurden der Provinz Belluno in Venetien eingegliedert.
Diese Dreiteilung war kein Zufall, sondern Teil einer gezielten Italianisierungspolitik. Familiennamen wurden zwangsitalianisiert, ladinische Ortsnamen ersetzt, und die Sprache selbst wurde als „italienischer Dialekt“ abgewertet.
🛑 Unterdrückung und Identitätskampf
Wie die deutschsprachigen Süd-Tiroler litten auch die Ladiner unter Repressionen, kultureller Unterdrückung und dem Versuch, ihre Identität auszulöschen. Die Dreiteilung blieb selbst nach dem Ende des Faschismus bestehen – und wurde laut Historikern sogar noch verfestigt.
Bis heute existieren drei unterschiedliche Schutzstufen für die ladinische Minderheit:
- Süd-Tirol:
- vergleichsweise besserer Minderheitenschutz, aber kein durchwegs ladinischsprachiges Schulsystem,
- Welschtirol (*Trentino*):
- nur Mindestschutz,
- Venetien:
- praktisch kein Schutz.
🏔️ Der Wunsch nach Wiedervereinigung
In Anpezo (ladinisch für Cortina) , Fodom, Col und weiteren ladinischen Gemeinden in Venetien wächst seit Jahren der Wunsch, wieder zu Süd-Tirol zurückzukehren – dorthin, wo die ladinische Kultur vergleichsweise am stärksten geschützt und gefördert wird. Dieser Wunsch ist nicht nostalgisch, sondern Ausdruck eines tiefen Bedürfnisses nach kultureller Einheit und politischer Mitbestimmung.
❄️ Olympische Winterspiele 2026: Sichtbarkeit oder Unsichtbarmachung?
Mit den Olympischen Winterspielen in Anpezo 2026 rückt die Region international in den Fokus. Doch in den Medien wird fast ausschließlich der italienisierte Name „Cortina d’Ampezzo“ verwendet – ein Relikt der faschistischen Umbenennungspolitik.
Ladinische Vereine rufen deshalb die Bevölkerung auf, Flagge zu zeigen und die ladinische Fahne sichtbar zu machen. Es geht um Respekt, Anerkennung und die Erinnerung daran, dass Anpezo ein ladinischer Ort ist – und kein „italienisches Skigebiet“.
Tiroler Identität jenseits politischer Grenzen
Die Ladiner sehen sich – wie viele deutschsprachige und welschtiroler Tiroler – als Teil der historischen Tiroler Bevölkerung und damit auch als ein Teil Österreichs. Seit 1920 trennt die Unrechtsgrenze Süd- und Welschtirol vom übrigen Tirol und Österreich. Diese Grenze wurde nie demokratisch legitimiert, sondern war das Ergebnis des italienischen Angriffkriegs gegen Tirol (1915-1918) , der Besatzung des südlichen Tirols durch italienische Soldaten vom November 1918 und der Annexion Süd- und Welschtirols durch Italien 1920.
Italienische Medien bezeichnen ladinische Gebiete und sogar das deutschsprachige Pustertal bis heute als „italienische Gebiete“, verwenden fast ausschließlich die faschistischen Ortsnamen und zeigen omnipräsent die italienische Trikolore. Für viele Ladiner ist das ein weiterer Versuch, ihre Identität unsichtbar zu machen.
🗳️ Zeit für Selbstbestimmung
Angesichts dieser historischen und aktuellen Entwicklungen wird der Ruf nach demokratischer Selbstbestimmung lauter. Viele Ladiner – ebenso wie zahlreiche Tiroler südlich des Brenners – wünschen sich endlich die Möglichkeit, frei über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Es geht hierbei um historische Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung.
Quelle: unsertirol.24.com
Quelle: www.gfbv.it
https://www.gfbv.it/3dossier/ladin/dreiteil.html
Quelle: www.uniongenerela.it
https://www.uniongenerela.it/de/geschichte
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/tirol-isch-lei-oans/
Quelle: my-politics-blog.com
https://my-politics-blog.com/sued-tirol-unter-druck-selbstbestimmung-statt-scheinautonomie/




