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Süd-Tirol 1945/1946  Unterschriften für  Selbstbestimmung – Keine Teilnahme an Italienischen Referendum

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In den Jahren 1945/46 wurden in Süd-Tirol rund 155.000 Unterschriften für die Wiedervereinigung mit Tirol und Österreich gesammelt – getragen vor allem von der damals neugegründeten Südtiroler Volkspartei (SVP), Journalisten, bäuerlichen und lokalen Initiativen. Das Land Süd-Tirol wollte und durfte auch nicht am italienischen Referendum, wo über die Frage Monarchie oder Republik entschieden worden war, vor 80 Jahren (2. Juni 1946) teilnehmen, weil sein völkerrechtlicher Status ungeklärt war und die Alliierten das Gebiet als noch nicht endgültig Italien zugeordnet betrachteten.

🇦🇹 1. Wie viele Unterschriften wurden 1945/46 gesammelt – und von wem?

Zahl der Unterschriften

  • 155.000 Unterschriften wurden am 22. April 1946 dem österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl übergeben. Dies entsprach damals in etwa 85 % der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung Süd-Tirols.
  • Wer sammelte die Unterschriften?
  • Die Bewegung war breit getragen, aber einige Gruppen stachen hervor :
  • Innerhalb des damaligen Süd-Tiroler Klerus Besonders aktiv: 
  • Kanonikus Michael Gamper.
  • Südtiroler Volkspartei (SVP)
  • Gegründet am 8. Mai 1945, koordinierte damals viele Petitionen.
  • Journalisten und Intellektuelle
  • Dr. Friedl Volgger, Dr. Toni Ebner u. a.
  • Lokale Initiativen
  • Pfarrgemeinden, Bauernhöfe, Schulen, Gasthäuser – über 290 Petitionen insgesamt.
  • Süd-Tiroler Optanten in Österreich
  • Auch sie unterschrieben und unterstützten die Aktion.

Ungeklärter territorialer Status nach dem Krieg

  • Die Alliierten hatten noch nicht entschieden, ob Süd-Tirol bei Italien bleiben oder an Österreich zurückkehren sollte.
  • Die Brennergrenze war noch nicht endgültig bestätigt. Daher bestanden grosse Hoffnungen auf Gerechtigkeit und Selbstbestimmung in Süd-Tirol.

Süd-Tirol stand unter alliierter Kontrolle

  • Die Alliierten betrachteten Süd-Tirol als umstrittenes Gebiet.
  • Daher durfte Italien dort keine staatlichen Abstimmungen durchführen.

Internationale Verhandlungen liefen noch

  • Die Außenministerkonferenz in London (Sept.–Okt. 1945) hatte die Frage Süd-Tirols offen gelassen.
  • Pariser Vertrag 1946, Süd-Tirol wird wieder zum Spielball der Großmächte 
  • Erst der Pariser Vertrag 1946 (Gruber–De-Gasperi) legte fest, dass Süd-Tirol bei Italien bleibt, aber „Autonomie“ erhält. Italien hielt aber nach 1946 auch die Autonomie nicht ein.
  • Während die USA und Großbritannien zu Beginn des Kalten Krieges Italien um jeden Preis im westlichen Bündnis halten wollten, war die Sowjetunion daran interessiert, in Italien die damals stärkste Kommunistische Partei Europas, die bis zu ihrer Transformation hin zum Eurokommunismus Ende der 1960er Jahre, Zeitweise stalinistisch bzw. später zunächst noch weiterhin pro Moskau geblieben war zu stärken. Somit hatten weder die USA, Großbritannien noch Russland (Sowjetunion/UDSSR) ein Interesse an der Süd-Tiroler Selbstbestimmung. 

Fazit

Die Entscheidung der Alliierten vom September 1946 in Paris, Süd-Tirol zugunsten Italiens, welches während des Kalten Krieges von sehr konservativen, antikommunistischen, rechtsgerichteten Regierungen, fast durchgängig angeführt von der DC, (Democratia Christiana), regiert wurde, zu opfern, war die denkbar schlechteste. Süd-Tirol wurde während des Faschismus unter Mussolini einer Unterdrückungs- und Italienisierungspolitik der versuchten ethnischen und kulturellen Vernichtung, den Vertreibungsabsichten Hitlers und Mussolinis im Rahmen der „Option“ ab 1939 unterzogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die imperialistisch motivierte Unterdrückung Süd-Tirols durch Italien im „demokratischen“ Mäntelchen weitergeführt werden. Wäre das Selbstbestimmungsrecht nach UN-Charta, für das fast 90 % der Süd-Tiroler Bevölkerung 1945/1946 unterschrieben hatten, umgesetzt worden, wäre dem Land viel weiteres Leid erspart geblieben. Die SVP war nach ihrer Gründung im Mai 1945 an der Sammlung von Unterschriften für die Wiedervereinigung mit Österreich beteiligt. Bis heute hat die Partei das Selbstbestimmungsrecht in ihrem Parteistatut verankert. Die SVP sollte daran erinnert werden, ihren eigenen Parteistatut im Blick zu haben und sich für das Selbstbestimmungsrecht der Süd-Tiroler einzusetzen. Anstatt weiterhin mit den italienischen Rechtsparteien zu koalieren. Damit Süd-Tirol das Recht, selbst über die staatliche Zugehörigkeit zu entscheiden, was 1946 verwehrt worden war, 2026 endlich in Anspruch nehmen darf. Damit die Süd-Tiroler nicht länger unfreiwillig unter einer Verfassung, über die sie im Gegensatz zu Italien vor 80 Jahren nicht abstimmen, durften leben müssen. 

Quelle: www.provinz.bz.it

https://www.provincia.bz.it/pariservertrag/vertrag/vorgeschichte_1945_1946.asp?utm_source=copilot.com

Quelle: www.bpb.de

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/530138/historischer-kompromiss-oder-volksfront-die-kommunistische-partei-italiens-auf-dem-wege-zur-regierungsbeteiligung/

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2016/04/22/70-jahre-verwehrte-selbstbestimmung-unterschriftenaktion-fuer-die-rueckkehr-suedtirols-zu-oesterreich/

Quelle: suedtiroler-freiheit.com

https://suedtiroler-freiheit.com/2026/06/02/historische-tiroler-feiertage-wieder-einfuehren/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/italienischer-senat-und-svp-stimmen-fuer-sued-tirol-feindliche-autonomiereform/

Quelle: my-politics-blog.com

https://my-politics-blog.com/sued-tirol-und-oesterreich-schutzmacht-und-selbstbestimmung/

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